, Loeliger Mirjam

Eidgenössisches Musikfest in Biel – MG Glattfelden schreibt Geschichte

Am Donnerstag, 14. Mai, startete unsere Reise ans Eidgenössische Musikfest in Biel.

Kurz vor 8 Uhr trafen wir uns beim Schützenhaus, wo bereits der Car für die gemeinsame Fahrt bereitstand.

Mit viel Vorfreude und einer guten Portion Nervosität begann für uns das Abenteuer EMF 2026. Wer uns beobachtet hätte, hätte wohl gedacht, wir würden auf eine mehrwöchige Reise gehen. Instrumentenkoffer, Taschen, Koffer für die anschliessende Musikreise und diverses Schlagwerk mussten verstaut werden. Wahrscheinlich fragte sich auch unser Carchauffeur kurz, ob wirklich alles Platz finden würde. Doch mit etwas Organisationstalent und geschicktem Einladen fand schliesslich jedes Gepäckstück seinen Platz – und auch wir Musikantinnen und Musikanten konnten es uns im Car gemütlich machen.

Während der rund zweistündigen Fahrt nach Biel stieg die Vorfreude spürbar an. Gleichzeitig blieb die Frage offen, ob Petrus ein Musikfreund sein würde und uns trockenes Wetter für das Fest schenkt.

In Biel angekommen, machten wir uns zuerst auf den Weg zum Instrumentendepot, das zentral in einer Tiefgarage eingerichtet war. Danach blieb bis zum Mittagessen noch etwas Zeit, um die besondere Festatmosphäre zu geniessen – sei es bei Konzerten auf dem Festgelände, einem gemütlichen Kaffee oder beim Bestaunen der ausgestellten Instrumente.

Der erste fixe Programmpunkt war das Mittagessen in der Sporthalle. Perfekt organisiert wurden wir zu unseren Tischen begleitet und konnten anschliessend unser Essen holen.

Kurz nach dem Mittagessen kam über die EMF-App die erfreuliche Nachricht: Die Parademusik konnte stattfinden. Einige von uns nutzten die Gelegenheit, entlang der Strecke anderen Formationen zuzuhören und sich einen ersten Eindruck von Atmosphäre und Strecke zu verschaffen, bevor wir uns wieder im Instrumentendepot trafen, um uns auf unseren eigenen Einsatz vorzubereiten.

Bis zu diesem Zeitpunkt war uns das Wetter wohlgesinnt gewesen – und wir hofften natürlich, dass es auch noch eine Weile so bleiben würde.

Im eigens eingerichteten Warteraum stellten wir uns in Marschmusikformation auf. Unser Dirigent Roger kontrollierte noch einmal die Positionen und meldete sich anschliessend beim Experten. Nun wurde es ernst.
„Spiel vorwärts, Marsch!“ – mit dem Bürstimarsch von Mario Bürki starteten wir unseren Vortrag. Für einen kleinen Lacher sorgte der Moderator vor Ort, der das Stück kurzerhand als „Brüstimarsch“ ankündigte.

Hoch konzentriert absolvierten wir unsere Parademusik, getragen von der Unterstützung des zahlreichen Publikums entlang der Strasse. Ein besonderes Highlight war die Liveübertragung unseres Auftritts im Schweizer Fernsehen. Die Sorge, das Kamerafahrzeug könnte uns im Weg stehen, erwies sich glücklicherweise als unbegründet. Umso schöner war es, unseren Auftritt später nochmals anschauen zu können. Wenig später wurde auch das Resultat bekannt gegeben: Mit unserer Darbietung erreichten wir starke 82 Punkte. Bravo MGG!

Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto blieb noch etwas Zeit, um die Instrumente zurück ins Depot zu bringen und verschiedene Konzertvorträge anderer Vereine zu besuchen.

Kurz vor 17 Uhr hiess es dann erneut: Instrumente holen, Depot räumen und mit dem Bus zum Konzertlokal fahren. Nachdem wir den richtigen Bus gefunden hatten, ging es zum OSZ Schlössli. Auch dort war alles hervorragend organisiert.

Nun stieg bei einigen die Nervosität merklich an: Habe ich alle Noten dabei? Sitzen die schwierigen Stellen? Wie wird es klingen?

Während der fast einstündigen Vorprobe spielte Roger mit uns die beiden Wettbewerbsstücke nochmals durch. Dann war es so weit: Unser Konzertvortrag in der Kategorie Harmoniemusik, 3. Klasse, stand unmittelbar bevor. Die Perkussionisten richteten bereits die Schlaginstrumente ein und testeten diese, bevor der restliche Verein seine Plätze einnahm.

Der Moderator begrüsste uns, sowie die dreiköpfige Jury. Als erstes präsentierten wir „Bouffonerie“ von Benedict Hayoz – das Aufgabenstück, das alle Vereine der 3. Klasse an diesem Fest vortragen mussten. Mit dem Klingeln des Jurors wurde unser Vortrag freigegeben. Die Spannung war gross: Hatte sich die intensive Vorbereitung gelohnt? Würden wir alles umsetzen können, was Roger mit uns erarbeitet hatte? Und vor allem – spielt wirklich niemand während der Generalpause?

Das Aufgabenstück gelang uns mit Bravour. Zufrieden und voller Motivation machten wir uns bereit für das Selbstwahlstück. Dafür wechselte die Jury; drei neue Juroren nahmen im Saal Platz.

Mit „Odilia“ von Jacob de Haan präsentierten wir anschliessend mit viel Spielfreude und grossem Engagement, woran wir in den vergangenen Wochen intensiv gearbeitet hatten.

Auch mit diesem Vortrag waren wir sehr zufrieden. Publikum und Jury bedankten sich mit grossem Applaus für unsere Darbietung.

Um die Punktzahl zu erfahren, mussten wir uns noch etwas in Geduld üben, da dies erst am Abend nach Abschluss aller Konzertvorträge publiziert wurde.

Wir hatten es geschafft – und gleichzeitig Vereinsgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal überhaupt nahm die MG Glattfelden an einem Eidgenössischen Musikfest teil.


Nun durften wir uns auf den gemütlichen und geselligen Teil des Tages freuen: das gemeinsame Abendessen, die Weiterreise ins Hotel nach Porrentruy und die anschliessende Musikreise. Das hatten wir uns nach diesem intensiven Tag mehr als verdient.

Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir die Pizzeria. Auch wenn wir uns etwas in Geduld üben mussten, bis die Pizzas serviert wurden, konnten wir das feine Abendessen in vollen Zügen geniessen. Anschliessend machten wir uns mit Bus und Zug auf den Weg nach Porrentruy.

Im Zug warteten dann alle gespannt darauf, dass die Ranglisten und somit unsere Punktzahl veröffentlicht wurden. Die Spannung und dann auch die Freude war gross: mit 88 erreichten Punkten für das Pflichtstück und 81 Punkten für das Selbstwahlstück haben wir ein gutes Ergebnis erreicht.

Mit Sack und Pack – und immer noch in Uniform – trafen wir schliesslich im Hotel ein. Nachdem die Zimmer bezogen waren, versammelten wir uns nochmals im Hotelrestaurant, um gemeinsam auf diesen erfolgreichen und unvergesslichen Tag anzustossen.

 

Nach dem intensiven Wettbewerbstag vom Donnerstag freuten wir uns am Freitagmorgen auf das abwechslungsreiche Programm unserer zweitägigen Musikreise, die von Fabienne, Astrid und Adrian organisiert worden war.

Da die Eisheiligen ihrem Namen weiterhin alle Ehre machten, hofften wir auch am zweiten Tag auf möglichst gutes und vor allem trockenes Wetter. Warm eingepackt und mit Regenjacken ausgerüstet, machten wir uns auf den Weg nach St. Ursanne. In Gruppen erkundeten wir mit Karte und Schlüssel das kleine Städtchen und erfuhren dabei Spannendes über das mittelalterliche Leben im malerischen Ort. Natürlich durften auch zahlreiche Erinnerungsfotos nicht fehlen. Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir schliesslich das Restaurant für die Mittagspause.

Wegen des kühlen und regnerischen Wetters musste die ursprünglich geplante Kanufahrt auf dem Doubs bereits im Vorfeld abgesagt und durch ein Alternativprogramm ersetzt werden. So reisten wir mit Bus und Zug weiter nach Delémont ins Bowlingcenter. Dort zeigte sich schnell, dass einige Mitglieder der MG Glattfelden wahre Bowlingtalente sind und beeindruckende Punktzahlen erreichten.

Zurück im Hotel in Porrentruy hofften wir erneut auf trockenes Wetter, denn für den frühen Abend war ein Konzert vor dem Hotel geplant. Dank der Werbung vor Ort trafen pünktlich um 18 Uhr die ersten Zuhörerinnen und Zuhörer ein. Motiviert stellten wir uns auf und begannen unser Konzert. Doch zuerst machte sich unser Dirigent samt Notentablet plötzlich selbstständig auf den Weg – und kurz darauf setzte der Regen immer stärker ein. So mussten wir unsere Darbietung leider bereits nach dem ersten Stück unterbrechen.

Nach einer kurzen Pause und einem prüfenden Blick aufs Regenradar wagten wir einen zweiten Versuch. Trotz eher kühlen Temperaturen setzten wir unser Konzert fort. Das Publikum freute sich über unsere Musik und auch wir hatten wie immer grossen Spass am gemeinsamen Musizieren. So wurde auch dieser Auftritt zu einem gelungenen und schönen Moment unserer Reise.

Hungrig und voller Eindrücke folgten wir anschliessend unserer Reiseleiterin Astrid ins Restaurant, wo bereits das nächste feine Abendessen auf uns wartete und wir den Tag gemütlich ausklingen lassen konnten.

 

Auch am dritten Tag informierte uns unsere Reiseleiterin wie gewohnt zuverlässig darüber, wann und wo wir uns treffen mussten, um unsere Vereinsreise fortzusetzen. Leider zeigte sich das Wetter am Samstagmorgen von seiner ungemütlichen Seite, und so durften – oder mussten – wir den Car bei nasskaltem Wetter beladen.

Nachdem alles verstaut war und sich die MGG im Car eingerichtet hatte, machten wir uns auf den Weg zum Schloss von Porrentruy. Nach einem kurzen Halt und dem Bestaunen der regnerischen Aussicht vom Schlossturm ging die Fahrt weiter zu den Grotten von Réclère. Dort wurden wir mit spannenden und sogar zweisprachigen Erklärungen durch die imposanten und eindrücklichen Formationen der Tropfsteinhöhle geführt.

Eine kleine Gesangseinlage der MGG sowie das Beobachten der kleinen Fledermäuse rundeten die Führung auf besondere Weise ab. Über zahlreiche Treppenstufen gelangten wir schliesslich wieder zurück ans Tageslicht.

Während der knapp einstündigen Weiterfahrt im Car bot sich uns aufgrund eines gesperrten Tunnels die Gelegenheit, bei der Fahrt über den Pass die weitläufige und wunderschöne Juragegend zu geniessen.

Im Restaurant angekommen, liessen wir uns ein weiteres Mal kulinarisch verwöhnen, bevor der letzte Programmpunkt unserer Reise startete.

Ein gemütlicher Spaziergang führte uns rund um den Étang de la Gruère. Auf dem Holzsteg entlang des kleinen Weihers genossen wir bei inzwischen trockenem Wetter die letzten gemeinsamen Momente unserer Vereinsreise. Einige MGGler entschieden sich für die längere Route und setzten die Wanderung fort, während andere den direkten Weg zurück ins Restaurant wählten, um dort noch ein Dessert zu geniessen.

Pünktlich um 16 Uhr machte sich der Car schliesslich auf den Weg zurück nach Glattfelden.

Drei erlebnisreiche, hervorragend organisierte und musikalisch erfolgreiche Tage gingen damit zu Ende.

Ein herzliches Dankeschön an das Reise-OK für die tolle Planung und Durchführung unserer Vereinsreise. Wir haben die musikalischen wie auch gesellschaftlichen Momente sehr genossen!